LRK NRW - Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW

Die im Entwurf der Hochschulgesetznovelle enthaltene Vorschrift zur Veröffentlichung bei Drittmitteln und Forschungsvorhaben bedroht die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft massiv und kann zu einem drastischen Verlust von Arbeitsplätzen in erster Linie für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an den Universitäten und in den Wirtschaftsunternehmen in NRW führen.

An den Hochschulen in NRW ist auf Basis der bisherigen Gesetzeslage eine in vielen Bereichen sehr erfolgreiche Kooperation von Universitäten und der Wirtschaft entstanden. Der Erhalt der Kooperationen sowie der damit verbundenen Spitzenposition in der Forschung setzt voraus, dass vor Abschluss der Projekte die Vertraulichkeit von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zwischen Wirtschaft und Wissenschaft auch zukünftig gewährleistet bleibt.

 

Die in der Gesetzesnovelle vorgesehene Offenlegung gemeinsamer Vorhaben sowie deren Inhalte führen zu einem deutlichen Wettbewerbsnachteil und dazu, dass die Attraktivität der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft deutlich gesenkt wird.

 

Dies würde der sehr positiven Entwicklung der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft an den Hochschulen in NRW der letzten Jahre entgegenwirken. So ist seit Inkrafttreten des derzeit gültigen Hochschulfreiheitsgesetzes ein Zuwachs bei der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu verzeichnen. Im Jahr 2011 konnten gemäß den Stammdaten NRW die Hochschulen 1.119 Millionen € von externen Geldgebern einwerben. Etwa 335 Millionen € (30 %) wurden aus der Wirtschaft bereitgestellt.[1] 

 

Ausgehend davon, dass ca. 75 % der aus der Wirtschaft stammenden Drittmittel der Vertraulichkeit unterliegen, sind an den Hochschulen in NRW mehr als 2.500 Arbeitsplätze hauptsächlich für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler abhängig von vertraulichen Drittmittelprojekten und damit durch die geplante Gesetzesnovelle bedroht. Hinzu kommen weitere Arbeitsplätze in der Wirtschaft, die aufgrund des Wettbewerbsnachteils sowie der gesunkenen Innovationsfähigkeit indirekt bedroht sind.

 

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[1] Quelle: MIWF, Stammdaten NRW 2011.

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