LRK NRW - Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW

Dortmund, 5. April 2011

 

Im Frühjahr 2011 haben sich die NRW-Universitäten an einer Bestandsaufnahme des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung zur Umsetzung des Bologna-Prozesses beteiligt. Insbesondere die "Studierbarkeit" von Studiengängen und die Erhöhung des Studienerfolgs standen im Mittelpunkt. Hierzu haben die Universitäten standortspezifische Berichte verfasst. Zentrale Punkte lassen sich zusammenzufassen, die auf alle Universitäten gleichermaßen zutreffen:

 

Überprüfung der Studiengänge auf ihre Bologna-Konformität und ihre "Studierbarkeit"
Im Rahmen der Umsetzung des Bologna-Prozesses überprüfen die Universitäten kontinuierlich die Bologna-Konformität und die Studierbarkeit ihrer Bachelor- und Masterstudiengänge. Die Überprüfung erfolgt u.a. durch regelmäßige Evaluationen, ein umfassendes Berichtssystem sowie Zielvereinbarungen zur Verbesserung der Studienbedingungen. Die Studierenden sind hierbei auf allen Ebenen - von den einzelnen Fächern über die Fachbereiche bis zur Hochschulleitung - intensiv eingebunden und können mit gestalten. Alle Universitäten überprüfen zudem die Bologna-Konformität und die Studierbarkeit ihrer Bachelor- und Masterstudiengänge vor der Akkreditierung und der Aufnahme des Studienbetriebs. Zumeist werden hierbei die einzelnen Fachbereiche von den jeweils zuständigen Verwaltungseinheiten der Universitäten (u.a. Hochschulplanung, Qualitätsmanagement und Akademische Angelegenheiten) beraten und begleitet.

 

Hochschulinterne Regelungen zur "Studierbarkeit" der Studiengänge
Die Universitäten sind sehr daran interessiert, dass die Studierbarkeit ihrer Studiengänge gewährleistet ist und garantieren dies über hochschulinterne Regelungen, die sich an externen Vorgaben orientieren. Hinzu kommen Richtlinien der einzelnen Hochschulen, welche die Fachbereiche bei der Planung von Studiengängen, deren Einrichtung und der kontinuierlichen Qualitätssicherung unterstützen.

 

Beschwerdemanagement
Zur Verbesserung der allgemeinen Studienbedingungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen haben viele Universitäten ein zentrales Beschwerdemanagement für ihre Studierenden eingerichtet, das Fehlentwicklungen und Probleme frühzeitig erkennen hilft und es den Universitäten ermöglicht umgehend zu reagieren. Diese zentralen Systeme werden meist durch dezentrale Prozesse ergänzt.

 

Überprüfung der Regelstudienzeiten und der Studienerfolgsquoten
Die Einhaltung der Regelstudienzeiten in den Bachelor- und Masterstudiengängen wird von den Universitäten fortdauernd geprüft. Zudem werden Reakkreditierungsprozesse an den Hochschulen dazu genutzt, Systeme zur kontinuierlichen Überprüfung der Regelstudienzeiten und der Erfolgsquoten zu implementieren.

 
Regelmäßige Erfassung der Studierendenzufriedenheit

Zusätzlich zum Beschwerdemanagement, das eventuelle Unzufriedenheit der Studierenden erfasst, haben viele Hochschulen Feedbackinstrumente installiert, um die Studierendenzufriedenheit kontinuierlich zu evaluieren. Hierzu gehören vor allem Lehrveranstaltungsbeurteilungen, Befragungen der Studierenden zu den Studienbedingungen sowie Befragungen von Absolventen zur Akzeptanz der Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt. Die Universitäten haben sich darauf verständigt, diese Anstrengungen zu verstärken und regelmäßig über Maßnahmen, Veränderungen und Erreichtes öffentlich zu berichten.

 
Aufhebung von Präsenzpflichten in Vorlesungen

Die Präsenz der Studierenden in Lehrveranstaltungen, die ihre aktive Beteiligung erfordern, ist ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Abschluss eines Studiums. Die Universitäten sind aber auch daran interessiert ein hohes Maß an Flexibilität in ihren Studiengängen zu ermöglichen. Damit ein Maximum an Flexibilität für die Studierenden gewährleistet ist, haben die Universitäten ihre Präsenzpflichten in Vorlesungen angepasst bzw. aufgehoben.

 

Reduzierung der Gesamtprüfungsbelastung in den Prüfungsordnungen
Im Rahmen der Umsetzung der Bologna-Reform haben die Universitäten die Gesamtprüfungsbelastung in den Prüfungsordnungen kontrolliert. Mit dem Ziel der Flexibilisierung des Studiums wurden Prüfungsordnungen individuell überprüft und geändert. Maßnahmen zur Reduzierung von Gesamtprüfungsbelastungen umfassen beispielsweise die Anpassung von Arbeitspensen, die Erhöhung von Selbstlernzeiten von Studierenden oder das Angebot zusätzlicher Prüfungstermine.

 

Anwendung der "Lissabon-Konvention"
Die Universitäten wenden die Lissabon-Konvention an bzw. befinden sich in der Erarbeitung und Implementierung von erleichternden Anerkennungsverfahren, um die Umsetzung der Konvention sicher zu stellen. Die Anerkennung auswärtig erbrachter Studienleistungen obliegt den jeweils zuständigen Ausschüssen der Fachbereiche/Lehreinheiten der einzelnen Universitäten und erfolgt unter der Maßgabe, dass die Gleichwertigkeit geprüft und ggfs. bescheinigt wird. Dabei werden die zuständigen Fachvertreter meist von den zuständigen Akademischen Auslandsämtern und Internationalen Büros der einzelnen Universitäten unterstützt. Über "Learning Agreements" wird i.d.R. definiert, welcher erfolgreich absolvierte Kurs im Ausland für eine entsprechende Veranstaltung anerkannt wird.

 
Regelmäßiger Dialog der Verantwortlichen mit Studierenden

Die Universitäten gewährleisten in allen Gremien, die mit Angelegenheiten zu Studium und Lehre und Studienbedingungen betraut sind, die Beteiligung und Information der Studierenden über die gewählten Studierendenvertreter/-innen. Der Austausch zwischen Studierenden und den Hochschulleitungen zu zentralen Fragen der Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre ist in Bezug auf die Studienbeitragsmittel an allen Standorten sichergestellt. Zur Veröffentlichung von relevanten Informationen nutzen die Universitäten ihre eigenen Hochschulmedien.

 

pdf_buttonLRK NRW-Bestandsaufnahme Bologna-Prozess

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