LRK NRW - Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW

Düsseldorf, 26. November 2010
 

Stellungnahme der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW (LRK) zum

Entwurf des „Gesetzes zur Reform der Lehrerausbildung“

Die LRK der Universitäten begrüßt grundsätzlich die mit dem Entwurf des neuen Gesetzes verfolgte Reform der Lehrerausbildung sowie die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten für die Hochschulen. In der Einschätzung von Stärken und Schwächen des Entwurfs schließt sich die LRK der Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der Prorektoren für Studium und Lehre des Landes NRW an, die mit der LRK und den Universitätsleitungen abgestimmt ist. Hinsichtlich vieler Detailfragen sei außerdem auf die zum ersten Gesetzesentwurf vorliegenden Stellungnahmen der Universitäten verwiesen.

Die folgenden Aspekte sollen noch einmal besonders hervorgehoben werden.  

Die Etablierung fester Strukturen mit Zuständigkeit für die Lehrerausbildung wird begrüßt und als notwendig anerkannt. Jedoch wird die Einführung der „Zentren für Lehrerbildung“ als „Quasi-Fakultäten“ mit weitreichenden Kompetenzen sehr kritisch gesehen. Eine solche Organisationsform ist mit einer Reihe grundsätzlicher Probleme verbunden, wie zum Beispiel „Doppelzuständigkeiten“. Darüber hinaus wird diese Vorgabe den standortspezifischen Besonderheiten nicht gerecht. Ausgerechnet an diesem wichtigen Punkt sollte aber unbedingt dem Gestaltungswillen der Hochschulen vertraut werden und die Möglichkeit geschaffen werden, standort-adäquate Strukturen zu schaffen. Die Ausgestaltung der Zentren oder äquivalenter Strukturen muss daher den Hochschulen freigestellt werden. Die Qualität der Zentren und ihre Funktion werden ohnehin durch die Akkreditierung sichergestellt.
 

Die Universitäten lehnen die im Gesetz vorgesehene Mitbestimmung des Ministeriums bei der Akkreditierung des „Master of Education“ ab. Sollte dennoch an einer solchen Regelung festgehalten werden, muss sichergestellt werden, dass Differenzen zwischen Ministerium und Akkreditierungsagenturen nicht zu Lasten der Hochschulen gehen.
 

Die für die Reform notwendigen zusätzlichen Ressourcen müssen den Hochschulen – zum Beispiel auf der Basis von Vereinbarungen über Kapazitäten und Leistungen – flexibel zur Verfügung gestellt werden.
 

Nach dem Gesetzesentwurf verlängert sich die Studienzeit für alle Lehrämter auf fünf Jahre. Dies wird grundsätzlich begrüßt. Allerdings entsteht hierdurch ein Nachteil für die beteiligten Universitäten hinsichtlich der leistungsorientierten Mittelverteilung in NRW: Durch die Verlängerung der Studienzeit wird sich die Zahl der Hochschulabsolventen pro Jahrgang – ein entscheidender Faktor bei der Mittelverteilung – verringern, und zwar sowohl gegenüber den Jahren davor als auch gegenüber Hochschulen ohne Lehrerausbildung. Hierfür muss entsprechende Kompensation geschaffen werden. 
 

Mit der Neuregelung der Lehramtsstudiengänge sollte eine Neuregelung der Zulassungsmodalitäten einhergehen. Die komplexe Struktur der Lehramtsstudiengänge, bei denen stets mehrere Fachbereiche involviert sind, muss sich in den Zulassungsbedingungen wiederfinden. Grundsätzlich sollten insbesondere die Kapazitäten des erziehungswissenschaftlichen Studiums bei der Zulassung berücksichtigt werden. Anders sind eine zuverlässige Planung und ein reibungsloser Ablauf dieser Studiengänge vor allem in stark ausgelasteten Hochschulen nicht zu gewährleisten.

 

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