LRK NRW - Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW

Düsseldorf, 12. März 2009
   

Stellungnahme der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW (LRK) zum

„Gesetz zum Ausbau der Fachhochschulen in NRW (Fachhochschulausbaugesetz)“ 

Die LRK der Universitäten in NRW äußert sich zu folgenden Aspekten des vorliegenden Gesetzentwurfs:


Zum geplanten Ausbau der Fachhochschulen

Die LRK steht dem Ausbau der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich positiv gegenüber.

Die Fachhochschulen leisten einen wichtigen Beitrag zur Hochschulbildung und sind stark nachgefragt, so dass es sinnvoll ist, diese Kapazitäten weiter auszubauen. Der Ausbau ist zudem ein richtiger Schritt auf dem Weg zu einer stärker differenzierten Hochschullandschaft in NRW.

Ganz im Sinne einer echten Differenzierung der Hochschullandschaft darf es auch zukünftig zu keiner Angleichung der Identitäten, d.h. der Aufgaben, Profile und Zuständigkeiten, von Universitäten und Fachhochschulen kommen.

Der Ausbau der Fachhochschulkapazitäten darf hinsichtlich der Finanzierung keinesfalls zu Lasten der Universitäten gehen, da diese angesichts der Fülle ihrer eigenen Aufgaben und insbesondere im Vergleich zu anderen Bundesländern - und erst recht im internationalen Vergleich – nach wie vor unterfinanziert sind.

Vor dem Hintergrund der ungünstigen Unterauslastung der Studiengänge des Faches Bauingenieurwesens an allen universitären Standorten sowie der mittel- und langfristigen Perspektive der Bauindustrie wird vor einer deutlichen Steigerung der Studienplätze im Bauingenieurwesen an den Fachhochschulen dringend gewarnt. Eventl. kurzfristige Nachfragesteigerungen (z.B. als Auswirkung des Konjunkturprogramms II) könnten über die derzeitig vorhandenen Kapazitäten ohne Schwierigkeiten durch den universitären Bereich abgedeckt werden.


Zur geplanten Änderung des Hochschulgesetzes

Die mit dem neuen Satz 6 des § 38 Abs. 1 Hochschulgesetz vorgesehene Möglichkeit des ausnahmsweisen Verzichts auf eine Ausschreibung bei der Besetzung einer Professur („Head Hunting“) ist begrüßenswert. Problematisch und deshalb ausdrücklich abzulehnen ist aber das aus Gründen einer vermeintlichen Qualitätssicherung statuierte Erfordernis, dass der Verzicht auf eine Ausschreibung des Einvernehmens des Hochschulrates bedarf. Damit würde der Hochschulrat im Widerspruch zur bisherigen gesetzlichen Systematik unmittelbar in das operative Geschäft einbezogen. Falls eine Befassung des Hochschulrats überhaupt in Betracht gezogen werden soll, dann wäre eine Beteiligung des Hochschulrats dergestalt denkbar, dass er bei der Festlegung von Richtlinien und Verfahrensregelungen für die Zulässigkeit eines ausnahmsweisen Verzichts auf eine Ausschreibung gefragt wird.

Nach oben..