LRK NRW - Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW

1. Oktober 1996: Rektor Bormann ist ab Oktober LRK-Vorsitzender

 
Rektor Bormann ist ab 01.10.1996 LRK-VorsitzenderZum 1. Oktober übernimmt Rektor Prof. Dr. Manfred Bormann für ein Jahr das Amt des Vorsitzenden der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW (LRK). Über die LRK, sein neues Amt und seine Ziele sprach Prof. Bormann mit der Studentenzeitung "RUBENS" der Ruhr-Universität Bochum.

 

RUBENS: In diesen Tagen übernehmen Sie den Vorsitz in der LRK. Können Sie unseren Lesern den organisatorischen Status und die Aufgaben der LRK erläutern?

Bormann: Die LRK ist zunächst ein Forum für den Informationsaustausch über aktuelle Belange, Probleme und Entwicklungen an den Universitäten des Landes. Sie nimmt darüber hinaus zu Maßnahmen und Entwicklungen der Landeshochschulpolitik Stellung und ist nicht zuletzt Gesprächs- und Verhandlungspartner unseres Wissenschaftsministeriums (MWF) bei anstehenden Einzelfragen.

RUBENS: Welches sind die wichtigsten Ziele, die Sie in Ihrer Amtszeit verfolgen werden?

Bormann: Die LRK wird gefordert sein, die Interessen und Belange der Universitäten in eine ganze Reihe von Entwicklungsprozessen im Hochschulbereich des Landes einzubringen. Angesichts des knappen Geldes weiten sich Berufungen auf Professuren, Sicherheitssanierungen von Laboratorien und der Ausbau schneller EDV-Computernetze zu immer größeren Problembereichen aus. Nachdem für 1997 eine landesweite Verteilung der Haushaltsmittel für Forschung und Lehre (Titelgruppe 94) auf die Universitäten zu 50 % nach „leistungsorientierten“ Kriterien vorgesehen ist, wird mit dem Wissenschaftsministeriums eingehend über die Auswirkungen und das Verteilungsverfahren in den Folgejahren zu sprechen sein, zumal dann auch die Mittel für die Bibliotheken und die Datenverarbeitung in dieses Verfahren einbezogen werden sollen. Andere große Fragenkreise werden die von seiten des Wissenschaftsministerium intendierte Überprüfung des landesweit an den Universitäten gewachsenen Fächerspektrums sowie die unter dem Stichwort „mehr Autonomie für die Hochschulen“ angestrebte Organisations- und Verwaltungsreform der Hochschulen sein.

RUBENS: Gibt es weitere Schwerpunkte für die nächsten Jahre?

Bormann: Die LRK wird unter Orientierung an andernorts schon praktizierten Verfahrensweisen die externe Evaluation von Fachbereichen in Angriff nehmen. Hierzu wird sich demnächst ein Arbeitskreis mit einer Geschäftsstelle an der Universität Bielefeld konstituieren, der den Universitäten konkrete Vorschläge und Hilfestellungen für die Durchführung solcher Evaluationsmaßnahmen anbieten soll. Insbesondere unter finanziellen Gesichtspunkten ist es allerdings noch eine offene Frage, inwieweit externe Evaluationen flächendeckend ins Auge gefaßt werden können. Ein weiteres Problem, mit dem sich die LRK wird befassen müssen, ist das schwindende Interesse ausländischer Studierender an einem Studium an unseren Universitäten. Hier geht es um eine vielschichtige Frage, die von der wechselseitigen Anerkennung hier und im Ausland erbrachter Studien- und Prüfungsleistungen bis zur strukturellen Kompatibilität unserer mit ausländischen Studiengängen reicht.

RUBENS: Nun ist ja bekannt, daß die Meinungen unter den Rektoren des Landes sehr weit auseinander gehen können. Wie verläuft die Meinungsbildung in der LRK und wie sehen Sie Ihre Chance, im Gespräch mit dem MWF einem gemeinsamen Standpunkt zu vertreten?

Bormann: Wir haben nun mal eine bunte Hochschullandschaft in NRW, und auf diese Weise kommen vielerlei Gesichtspunkte ins Spiel, so daß man auch nicht immer eine gemeinsame Linie finden kann. Da gibt es die alten Universitäten, die aus einer ganz anderen Tradition her denken und handeln, da gibt es aber auch die Gesamthochschulen mit ihren speziellen Anliegen. Das ist unter Wettbewerbsgesichtspunkten auch nicht schlimm. Schließlich muß jede Hochschule vor Ort Ihre Linie festlegen. Dennoch erreicht man trotz aller Unterschiede in Einzelfragen in sogenannten großen Fragen meist ein Einvernehmen.

RUBENS: Das Verhältnis zwischen der LRK und dem MWF war in der Vergangenheit nicht ohne Reibungen. Was müßte sich tun, damit sich das Verhältnis deutlich verbessert?

Bormann: Ich bin zuversichtlich, daß sich das Verhältnis verbessern wird. Mit Ministerin Anke Brunn sind regelmäßige Gespräche verabredet und bevorstehende personelle Veränderungen im Ministerium werden hoffentlich neue Kommunikationsweichen stellen.

RUBENS: Wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Fortüne für dieses neue Amt.

 

Die Fragen stellte Dr. Josef König, Pressesprecher RUB

© Foto: Ruhr-Universität Bochum
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