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 Dortmund l 26.06.2012 l PM-05/2012

 

Die Vorsitzende der LRK NRW, Frau Professor Ursula GatherIn ihrer Sitzung am 25. Juni 2012 in Düsseldorf hat die Landesrektorenkonferenz der Universitäten Frau Professor Ursula Gather, Rektorin der Technischen Universität Dortmund, einstimmig im Amt bestätigt. Damit wird sie im Oktober 2012 eine weitere zweijährige Amtszeit als Vorsitzende der LRK NRW antreten.

 

Frage: Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch Frau Professor Gather. Sie sind am 25. Juni in Ihrem Amt als Vorsitzende der LRK NRW bis 2014 bestätigt worden. Welche Themen werden die Diskussionen in der LRK in der nächsten Zeit bestimmen?

 

Professor Gather: Ein zentrales Thema wird die Hochschulfinanzierung insgesamt bleiben – also nicht nur der Hochschulpakt II. Wir haben eine klare Unterfinanzierung der Hochschulen. Die Universitäten verfügen real über weniger Ressourcen in der Grundfinanzierung. Darüber muss mit der neuen Landesregierung diskutiert werden. In diesem Sinne würden wir es befürworten, wenn die Wissenschaftsministerin das gesamte Finanzierungssystem der Hochschulen auf den Prüfstand stellen würde, um es neu zu gestalten.

Natürlich wird die Bewältigung des doppelten Abiturjahrgangs  in meiner nächsten Amtszeit eine große Herausforderung sein. An den Hochschulen in NRW stellt man sich in Zusammenarbeit mit der Landesregierung bereits seit einigen Jahren auf den zu erwartenden Zuwachs an Studierenden ein. Schon seit 2007 bauen die Hochschulen ihre Kapazitäten aus.  Es wurde zusätzliches Personal für die Lehre und für die Beratung eingestellt. Es wurden neue Gebäude gebaut bzw. angemietet und die Studentenwerke bauen die studentischen Versorgungseinrichtungen – wie Mensen und Wohnheime – aus. Die NRW-Universitäten sind also gut gewappnet, da sie langfristige Maßnahmen ergriffen haben, um auch für den doppelten Abiturjahrgang bestmögliche Studienbedingungen zu schaffen.

  

Frage: Der rot-grüne Koalitionsvertrag für Nordrhein-Westfalen wurde in der letzten Woche unterzeichnet. Damit steht der Regierungsplan für die nächsten fünf Jahre, der u.a. eine Überarbeitung des Hochschulpaktes II vorsieht. Wie wird dieses Vorhaben von der LRK gesehen?

 

Professor Gather: Ziel des Hochschulpaktes war es immer, gute Chancen auf einen Studienplatz für diejenigen zu sichern, die zu einer Zeit ihr Studium aufnehmen, in der die Nachfrage bedingt durch die doppelten Abiturjahrgänge in den Jahren 2011 bis 2015 besonders hoch ist. Diese zusätzlich benötigten Plätze müssen durch das Land und den Bund ausreichend gegenfinanziert sein. Es freut die Universitäten, dass die Landesregierung ihren Teil – also die nötige Ko-finanzierung für die Hochschulpakte – im Koalitionsvertrag zusichert und so ihrer Verantwortung gegenüber den Abiturientinnen und Abiturienten des doppelten Abiturjahrganges 2013 gerecht wird. Darüber hinaus begrüßen wir, dass sich die Landesregierung in den Verhandlungen mit dem Bund dafür einsetzen will, den Finanzdeckel des Bundes aufzuheben und eine – bisher noch völlig unberücksichtigte – Masterkomponente einzuführen.

Die neusten Prognosen – bspw. von der Kultusministerkonferenz – belegen, dass wir in den nächsten Jahren – auch über 2015 hinaus – kontinuierlich mit deutlich mehr Studienanfängern rechnen müssen. Damit gute Lehre an den Hochschulen auch in Zukunft gesichert werden kann, muss der Hochschulpakt deswegen über das Jahr 2015 hinaus qualitativ weiterentwickelt werden.

 

Frage: Daneben wird im Koalitionsvertrag auch eine Novellierung des Hochschulgesetzes angesprochen; brauchen die Universitäten ein neues Hochschulgesetz?

 

Professor Gather: Nordrhein-Westfalen hat eines der fortschrittlichsten Hochschulgesetze im gesamten Bundesgebiet. Nicht nur haben die Universitäten mit dem aktuellen Hochschulrecht gute Erfahrungen gemacht, sondern manch einer meiner Kollegen aus einem anderen Bundesland blickt ein wenig neidvoll auf die Gestaltungsmöglichkeiten, die uns das Hochschulgesetz hier eröffnet. Dabei haben die Universitäten ihre Gestaltungsfreiheit und Eigenverantwortung genutzt und ihre Leistungsfähigkeit national und international gesteigert. Der wachsende Erfolg ist u.a. belegt durch das verbesserte Abschneiden der nordrhein-westfälischen Hochschulen in der Exzellenzinitiative oder den neuen DFG-Förderatlas. Aus diesem Grund sehen die Universitäten keinen Anlass, das bestehende Hochschulgesetz grundsätzlich in Frage zu stellen.

Ziele einer Weiterentwicklung bzw. von begrenzten Modifikationen können überhaupt nur die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Hochschulen und die Steigerung der Attraktivität des Hochschulstandorts NRW sein. Die Universitäten sind davon überzeugt, dass hierfür zunächst eine Evaluation des gültigen Hochschulrechts durch eine international besetzte Kommission durchgeführt werden sollte. Unserem Erachten nach kann eine Novellierung nur dann gelingen, wenn diese auf der Basis einer unabhängigen Bestandsaufnahme erfolgt.

     

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pdf_buttonInterview mit der LRK-Vorsitzenden, Frau Professor Ursula Gather, anlässlich ihrer Wiederwahl

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